Direkt zum Hauptbereich

Mitleid?

Kiara beschloss noch schnell auf die Toilette zu verschwinden, ehe sie wieder nach Hause gehen würde. So ging sie, nun etwas erleichtert und freier, auf die Mädchentoilette. In der Toilette schaute sie sich kurz im Spiegel an, sie konnte sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen. "So das habt ihr nun davon." sagte sie leise zu sich und ging zufrieden und etwas Stolz auf sich in eine der Kabinen. Da ertönte das Pausenklingeln. Kiara überlegte ob sie während der Pause nach Hause gehen sollte. Doch sie entschied sich, dass sie sich hier verstecken würde und auf das Stundenklingeln warten wollte.

Es dauerte nicht lange bis die Tür sich öffnete und zwei weitere Mädchen herein kamen. Sie erkannte die Stimmen sofort, es waren die von Angeline und Caro. Kiara wollte nicht lauschen, aber es war unvermeidlich. Angeline und Caro standen vor dem Spiegel und machten sich zurecht. "Ich habe gewusst, dass unser Ekelporno heute nicht kommen wird. Dafür war die Abreibung zu gut gewesen gestern." meinte Angeline stolz. "Die haben wir richtig fertig gemacht. Ich hoffe nur das sie daraus gelernt hat." Caro schaute ihre Freundin durch den Spiegel an. In ihr kamen leichte Zweifel auf, ob sie gestern nicht einen Schritt zu weit gegangen waren. So brutal wollte sie eigentlich nie sein. Aber es war gestern wie ein Rausch, den man sich nur schwer entziehen konnte. "Aber meinst du nicht Angy, dass es gestern doch etwas zu hart gewesen war?" Verständnislos schaute Angeline sie an. "Wie kommst du darauf. Meinst du nicht, dass es für uns nicht hart war, als sie ihren großen Beschützer aufgefahren hatte? Sie hat es verdient und aus."

"Ja aber ..." versuchte Caro noch einzuwerfen, doch Angeline fiel ihr ins Wort. "Nichts aber. Unser kleines Dickerchen hat es verdient. Du weißt, dass ich sowas nicht auf mir sitzen lassen kann und werde. Sie hat mich in der Stadt blamiert und dafür musste sie büßen. Du weißt, dass ich es nicht leiden kann, wenn man so mit mir umspringt." Sie schaute Caro eindringlich an. "Ja ich weiß." In Caros Stimme lag gut hörbar Angst und Unterwerfung. Caro wusste, dass wenn sie nicht das tun würde, was Angeline von ihr verlangte, dass es ihr genauso ergehen würde wie Kiara. Angeline war eine sehr unberechenbare Person. "Du hast doch nicht etwas Mitleid mit dem fetten Vieh?" fragte Angeline Caro. Hastig schüttelte sie den Kopf. "Nein habe ich nicht. Wie kommst darauf?" stotterte Caro und sie merkte wie ihre Knie, langsam ihre Festigkeit verloren. Die Angst vor Angeline war zu groß, um sich gegen sie aufzustellen und Stellung zu nehmen.

"Gut, dass wollte ich auch hören." sagte Angeline und lachte los. Kiara durchfuhr ein eiskalter Schauer, während sie das Gespräch belauschte. Sie wusste das Angeline eine starke Persönlichkeit hatte, aber das sie so mit ihren Freunden umsprang hätte sie nicht gedacht. Ihr tat es leid, dass sie es nicht schon eher gewusst hatte, dass Caro auch von ihr unterdrückt wurde. Dann hätte sie Caros Namen niemals auf die Liste unter Angeline geschrieben. Ihr tat Caro leid, doch sie wusste nicht was sie für sie tun könnte.

Die beiden Freundinnen verschwanden mit dem Vorklingeln aus der Toilette. Kiara wartete bis es zur Stunde geklingelt hatte, als sie die Kabine wieder verließ. von ihrem Stolz und ihrer Zufriedenheit war nichts mehr übrig. Sie machte sich Vorwürfe, wieso sie auch Caro an den Pranger gestellt hatte. Sie wurde ja auch unterdrückt so wie sie. In ihr kam ein ungutes Gefühl auf, dass sie bis nach Hause verfolgte. Immer wieder fragte sie sich, wieso sie das mit der Liste gemacht hatte.

Kommentare

  1. Noch wäre Zeit Frau Sommer zu erzählen, was sie gerade gehört hatte.

    Aber die Gelegenheit kommt auch wieder.

    Gruß
    Geschichtenblogger

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der neue Blog der schon etwas älter ist. =)

Huhu meine Leser, ja da hab ich doch ein kleines bisschen gebraucht. Aber so beim Stöbern in dem alten Blog hab ich doch glatt festgestellt, dass ich euch noch gar nicht gesagt habe. Der neue Blog ist da!!!!! Ja, schaut einfach mal rein. Und noch einmal Sorry für das zu spät erzählen, aber für mich war 2011 ein Jahr was besser in der Vergangenheit aussieht als es in der Gegenwart war. Na denn viel Spaß beim stöbern und lesen; und bitte schreibt Kommentare. Ich würde mich auf jeden Fall freuen. Eure Wasserfee http://querbeet-wasserfee85.blogspot.de/

Die letzen Worte

Leider hat in diese Geschichte kein gutes Ende, aber es soll die Menschen auch wachrütteln, was passieren kann. Wenn man einen Menschen Mobbt. Mobbing ist nicht nur an Schulen ein Thema, auch im Arbeitsleben hat man mit diesen Problemen zu kämpfen. Ich wollte mit dieser Geschichte etwas sagen. Wenn man in seinem Umfeld sieht, dass jemand anderes gemobbt wird. Sollte man nie wegschauen, sondern denjenigen helfen. Ich weiß das das Ende sehr erschreckend ist, aber ich weiß wie sich Menschen fühlen, die wie Kiara gemobbt werden. Ein Teil meiner Vergangenheit steckt in dieser Geschichte und ich habe mir diesen Weg ausgesucht, um mit diesem Thema abzuschließen. Mich hat das Mobbing sehr lange beschäftigt. In unserer Gesellschaft gibt es einfach zuviele Menschen die nicht sehen wie sehr es einen trifft, wenn man gemobbt wird. Welche Konsequenzen daraus folgen können. Doch werden diese Menschen, die andere mobben, leider nicht einsehen, dass sie damit Persönlichkeiten kaputt machen. So ist es ...

Raus mit dir

In letzter Zeit stritten sich Kiaras Eltern immer häufiger und lauter. Kiaras Vater verschwand immer öfters nach einem Streit und ihre Mutter vergrub sich dann in ihrem Schlafzimmer. Ihre Eltern achteten zwar darauf, dass sie ihre Streitigkeiten nicht von Kiara austrugen, doch sie vernahm die Spannung zwischen ihren Eltern wahr und auch die Streitereien nahm sie wahr. Wieder einmal kam ihr Vater sehr spät von einer Sitzung in der Firma nach Hause und ihre Mutter wartete in dem Wohnzimmer auf ihren Mann. Er hatte sich nach seiner Arbeit noch in einem Gasthof etwas gegöhnt und ließ seine Frau absichtlich etwas warten. Er wollte ihr absichtlich aus dem Weg gehen. Er hatte schon lange die Lust verloren, sich ständig zu rechtfertigen, wieso er erst so spät nach Hause kam. Einmal wieder wollte sich nach oben schleichen und einfach nur noch ins Schlafzimmer gehen und sich schlafen legen. Doch seine Pläne wurden von seiner Frau durchkreuzt. Als er an der Wohnzimmertür vorbeikam stand sie von ...