Direkt zum Hauptbereich

Auf den Weg zu Antworten

Die erste Stunde verlief sehr locker. Die Zeit raste förmlich davon und immer, wenn Kiara nicht mehr mitkam, drehte sich Markus um und half ihr. Sie war dankbar für die Hilfe, so konnte sie dem Stoff besser folgen. Noch vertieft in den Unterrichtsstoff fuhr Kiara, bei dem Pausenklingeln, auf und schaute sich erschrocken um. Sie sah wie die Lehrerin das Zimmer verließ und schaute sich etwas hilflos um. Sie wusste was jetzt kommen würde. Sie war allein mit ihrer verhassten Klasse. Innerlich machte sie sich, so schnell es ihr nur gelang, auf die bevorstehende Pein gefasst. Doch diese blieb aus.

Angeline und Caro blieben auf ihren Plätzen und beschäftigten sich mit ihren Plänen für den Nachmittag. Auch Markus machte keine Anstalten, ihr irgendwie zu schaden. Alle verhielten sich ruhig. Kiara versuchte sich wieder zu beruhigen und bereitete sich auf die nächste Stunde vor. Sie gab sich ein Versprechen, dass sie in der nächsten großen Pause zum Lehrerzimmer ging und nach Frau Sommer fragen wollte. Sie wollte unbedingt wissen was sie getan hatte, in der Zeit wo sie krankgeschrieben war. Ob sie schon mit den Anderen geredet hatte? Die Fünf Minuten Pause verging sehr schnell. So hatte sie noch keine Pause erleben dürfen, seit sie in die Schule ging. Diese fünf Minuten waren für Kiara der Himmel auf Erden.

Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann sie sich in der Klasse so gut gefühlt hatte. Auch die nächste Stunde verflog förmlich und trotz ein paar kleinen Schwierigkeiten mit dem Unterrichtsstoff genoss sie den Tag. Mit dem Pausenklingeln war es soweit. Sie würde nun die Antwort auf ihre Frage bekommen. Es war nicht so, dass es nicht genoss einmal in Ruhe gelassen zu werden, dennoch wollte sie sich sicher sein. Denn es konnte ja auch ein kleines Spielchen von Angeline sein. Nachdem sie ihre Unterrichtssachen weggepackt hatte verließ sie den Raum und ging zielsicher auf das Lehrerzimmer zu. Ihr Herz klopfte bis zum Hals und ihre Hände begannen vor Nervosität an zu schwitzen. "Gleich, gleich ist es soweit." versuchte sie sich zu beruhigen.

Als sie vor dem Lehrerzimmer stand schloss sie kurz die Augen und atmete noch einmal tief ein. Dann erhob sich automatisch ihre Hand und sie klopfte etwas zaghaft an die Tür. Die Sekunden, die verrannen, kamen Kiara wie Stunden vor. Herr Zisch, ihr früherer Sportlehrer und nun Geografielehrer ihrer Klasse, öffnete ihr die Tür und begrüßte sie mit seinem typischen smarten Lächeln. "Na Kiara, bist du wieder gesund? Wie kann ich dir denn helfen?" fragte er freundlich. Sein Lächeln war ansteckend. Kiara nickte und antwortete ihm "Ja sie können mir helfen. Ich würde gern mit Frau Sommer sprechen. Ist sie da?" Mit hoffendem Blick schaute sie ihn an. "Warte mal kurz ich schau mal nach, denn ich bin mir nicht sicher." Mit diesen Worten ging er wieder ins Lehrerzimmer und schaute sich nach seiner Kollegin um. Wenige Minuten später kam er wieder an die Tür, um Kiara eine traurige Mitteilung zu machen.

"Frau Sommer ist heute leider nicht da, Kiara. Vielleicht kommt sie ja morgen wieder. Kann ich dir nicht mit deinem Problem helfen?" fragte er fürsorglich. "Ähm .. Nein, danke Herr Zisch. Ich komme schon klar. Ich wollte mich bei Frau Sommer nur erkundigen. Das kann noch warten." meinte Kiara mit einem kleinen aufgesetzten Lächeln. Dann verabschiedete sie sich und ging zurück in ihre Klasse.

Kommentare

  1. Jetzt wirds spannend.

    Wollen wir mal hoffen, dass es wirklich Frau Sommer war.

    Gruß
    Geschichtenblogger

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der neue Blog der schon etwas älter ist. =)

Huhu meine Leser, ja da hab ich doch ein kleines bisschen gebraucht. Aber so beim Stöbern in dem alten Blog hab ich doch glatt festgestellt, dass ich euch noch gar nicht gesagt habe. Der neue Blog ist da!!!!! Ja, schaut einfach mal rein. Und noch einmal Sorry für das zu spät erzählen, aber für mich war 2011 ein Jahr was besser in der Vergangenheit aussieht als es in der Gegenwart war. Na denn viel Spaß beim stöbern und lesen; und bitte schreibt Kommentare. Ich würde mich auf jeden Fall freuen. Eure Wasserfee http://querbeet-wasserfee85.blogspot.de/

Die letzen Worte

Leider hat in diese Geschichte kein gutes Ende, aber es soll die Menschen auch wachrütteln, was passieren kann. Wenn man einen Menschen Mobbt. Mobbing ist nicht nur an Schulen ein Thema, auch im Arbeitsleben hat man mit diesen Problemen zu kämpfen. Ich wollte mit dieser Geschichte etwas sagen. Wenn man in seinem Umfeld sieht, dass jemand anderes gemobbt wird. Sollte man nie wegschauen, sondern denjenigen helfen. Ich weiß das das Ende sehr erschreckend ist, aber ich weiß wie sich Menschen fühlen, die wie Kiara gemobbt werden. Ein Teil meiner Vergangenheit steckt in dieser Geschichte und ich habe mir diesen Weg ausgesucht, um mit diesem Thema abzuschließen. Mich hat das Mobbing sehr lange beschäftigt. In unserer Gesellschaft gibt es einfach zuviele Menschen die nicht sehen wie sehr es einen trifft, wenn man gemobbt wird. Welche Konsequenzen daraus folgen können. Doch werden diese Menschen, die andere mobben, leider nicht einsehen, dass sie damit Persönlichkeiten kaputt machen. So ist es ...

Raus mit dir

In letzter Zeit stritten sich Kiaras Eltern immer häufiger und lauter. Kiaras Vater verschwand immer öfters nach einem Streit und ihre Mutter vergrub sich dann in ihrem Schlafzimmer. Ihre Eltern achteten zwar darauf, dass sie ihre Streitigkeiten nicht von Kiara austrugen, doch sie vernahm die Spannung zwischen ihren Eltern wahr und auch die Streitereien nahm sie wahr. Wieder einmal kam ihr Vater sehr spät von einer Sitzung in der Firma nach Hause und ihre Mutter wartete in dem Wohnzimmer auf ihren Mann. Er hatte sich nach seiner Arbeit noch in einem Gasthof etwas gegöhnt und ließ seine Frau absichtlich etwas warten. Er wollte ihr absichtlich aus dem Weg gehen. Er hatte schon lange die Lust verloren, sich ständig zu rechtfertigen, wieso er erst so spät nach Hause kam. Einmal wieder wollte sich nach oben schleichen und einfach nur noch ins Schlafzimmer gehen und sich schlafen legen. Doch seine Pläne wurden von seiner Frau durchkreuzt. Als er an der Wohnzimmertür vorbeikam stand sie von ...