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Ein Schock

Es war der Tag nach Kiaras Tod. Marco hatte sich von seinem Grundwehrdienst befreien lassen und war noch am gleichen Abend nach Osnabrück zu Kiaaras mutter gefahren. Er wollte sie unterstützen und ihr Halt geben, denn er hatte erfahren, dass sich Kiaras Eltern scheiden lassen wollten. Er traf gegen Elf Uhr abends an und fuhr sofort zu Kiaras Elternhaus. Dort brannte noch Licht. Er klingelte und nahm Kiaras Mutter noch in der Eingangstür in den Arm. "Es tut mir leid." flüsterte er, als er ihr über den Rücken strich. Kiaras Mutter war völlig aufgelöst.

Zuerst machte er ihr einen Beruhigungstee bevor er in Kiaras Zimmer ging. Es war leer. Die Beamten hatten alles so gelassen wie es war. Von Mia wusste er, dass Kiara ein Tagebuch besaß und wo es versteckt war. Zielstrebig ging er zum Schreibtisch und suchte an der richtigen Stelle. Nach kurzer Zeit hatte er es gefunden und suchte nach dem letzen Eintrag. Erschrocken über den Eintrag schrieb er ihn ab, bevor er wieder zu Kiars Mutter hinunter ging. "Ich habe Kiaras Tagebuch gefunden. Das werde ich noch schnell zur Polizei bringen. Aber ich komme wieder." versprach er ihr. Sie nickte nur und ließ ihn gehen.

Am nächsten Tag machte sich Marco früh auf den Weg zu Kiaras Schule und erkundigte sich im Lehrerzimmer über den Raum, wo Kiaras Klasse gerade unterricht hatte. Er klopfte an und ging in den Raum. Alle Schüler schauten auf die Tür, als er die Klasse betrat. Zielstrebig ging er zum unterrichtenden Lehrer und unterrichtete über sein Vorhaben. Dann trat er vor die Klasse. Er nahm ein Stück Kreide und schrieb Kiaras Namen an die Tafel bevor er anfing seinen Vortrag zu halen. "Kennt ihr diesen Namen?" fragte er in die Runde. Automatisch gingen viele Köpfe zu den leeren Platz von Kiara. Keiner hatte bemerkt, dass sie nicht da war. "Ich will euch mal etwas über Kiara erzählen. Sie hat sich gestern umgebracht." In den Gesichtern der Mitschüler konnte man erkennen, wie geschockt sie über diese Nachricht waren. "Wisst ihr wieso sie das gemacht hat? Nein, ich kann es euch sagen. Ich habe hier den letzten Eintrag von ihrem Tagebuch. Eins sage ich euch im Voraus, ich bin von euch allen sehr enttäuscht." Jeder einzelne in der Klasse fühlte sich ertappt und schuldig.

"Liebes Tagebuch, ich halte es nicht mehr aus. Es ist so grausam. Jeder, der mir was in meinem Leben bedeutet hat ist fort oder zerstritten. Alle ziehen sich von mir zurück. Aber am schlimmsten finde ich es momentan in meiner Klasse. Jeden Tag hoffe ich, dass ich irgendwie aus der Hölle entfliehen kann. Aber ich kann es nicht. Der Unterricht ist das einzige am ganzen Vormittag, wo ich in Ruhe gelassen werde und neue Kraft finde, die Grausamkeiten zu ertragen. Nur weiß ich nicht mehr wie lange ich es noch aushalte. Die Schläge, Tritte, Beschimpfungen und Attacken werden immer schlimmer. Ich kann einfach nicht mehr. Vielleicht werde ich endlich meinen Frieden finden, wenn ich heute Nacht meinen Plan durchziehe. Ich halte es einfach nicht mehr aus. Ich kann einfach nicht mehr. Ich werde sowieso keinem fehlen. Alle werden eher sich freuen, wenn ich nicht mehr da bin. Angeline und ihr Gefolge haben gewonnen und werden ihren Sieg gebürtig feiern. Ich bin doch eh jedem scheißegal."

Die Worte halten durch den Raum und allen standen die Tränen in den Augen. Keiner konnte es glauben, was er gerade gehört hatte. Schonwieder klopfte es an der Tür, als Marco gerade noch etwas dazu sagen wollte. Es waren zwei Polizeibeamte die mit Angeline und Caro reden wollten. "Ich hoffe ihr denkt das nächste Mal drüber nach, wenn ihr wieder jemanden so mobbt." Mit diesen Worten verließ er die Klasse und fuhr wieder zu Kiaras Mutter. Angeline und Caro wurden von den Beamten aufs Revier mitgenommen. Die gesamte Klasse, sowie auch der Lehrer waren geschockt über das, was sie in den letzten 10 Minuten erfahren hatten.

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